 Weintour Pfalz - Rheinhessen - RheingauAuch wenn eigentlich kaum Zeit bleibt - manchmal muss es einfach sein: eine Weintour. Kontakte zu Winzern pflegen, Weine verkosten, nachverkosten, vorverkosten, „neue“ Weingüter testen. Und Spaß macht das allemal! Philipp Kuhn und Weingut KnipserUnsere erste morgendliche Adresse war Philipp Kuhn im pfälzischen Laumersheim. Seine frischen Rieslinge machten uns nach der zweieinhalbstündigen anstrengenden Fahrt wieder fit. Hier hatten wir schon vor einiger Zeit ziemlich viel reserviert, z.B. Riesling Tradition und Freistil („mehr geht nicht“), diesmal kamen noch die Riesling „Vom Quarzsand“ und „Vom Kalksteinfels“ dazu. Vielversprechend sind die Fassproben der 2009er Rotweine, die in einigen Monaten in den Verkauf kommen sollen.
Von Philipp Kuhn ist es nur ein Katzensprung zum Weingut Knipser. Dort saßen gerade bei herrlichem Wetter Werner Knipser und Paul Fürst beim Frühstück im Freien. Der Kaffee tat uns sehr gut. Leider hat Werner vom Jahrgang 2010 kaum mehr was zu verkaufen. Dennoch – oder gerade deswegen – war's nach dem Frühstück eine sehr entspannte Weinprobe mit Werner Knipser.  Wagner-StempelDaniel Wagner-Stempel hat mit dem Jahrgang 2010 für uns ja die wohl besten Weine seiner Karriere vorgestellt. Die Gutsweine sind bei uns schon lange im Verkauf und teilweise (Rosé) auch schon wieder ausverkauft – auch am Weingut. Dafür sind seit Ende Mai die Ortsweine gefüllt, und wegen denen waren wir auch hauptsächlich da. Der Weg hat sich wahrlich gelohnt. Großartiges dürfen wir auch für die beiden Großen Gewächse ankündigen. Zum gemeinsamen Mittagessen öffnete dann Daniel eine Flasche 2001er Riesling Heerkretz aus der Schatzkammer: Wir waren begeistert – der Riesling präsentierte sich erstaunlich frisch und könnte auch sicher noch einige Jahre liegen. Eine beeindruckende Weinprobe im idyllischen Gutshof unter der großen Kastanie, dort dann ein gemeinsames Mittagessen … das hat etwas Paradiesisches. Zum Mittagsschläfchen war allerdings dann keine Zeit mehr, denn der nächste Termin stand auf dem Plan: Weingut RiffelEigentlich seltsam, dass kaum jemand das Weingut Riffel kennt. Auch im Handel sind die Weine so gut wie nicht zu finden. Liegt's daran, dass Erik und seine Frau Carolin nicht auf der Prowein ausstellen (da sie über 80% an Privatkunden verkaufen, macht's für sie wenig Sinn)? Allerdings verkaufen sie auch sehr wenig in Bingen und Umgebung: zu weit stehen sie über dem hier sonst üblichen Niveau! Davon konnten wir uns bei der ausgiebigen Verkostung überzeugen.
Gault Millau 2011 schreibt über das Weingut Riffel: „Dies ist ein klarer Leitbetrieb im Norden von Rheinhessen, der eine ungeheure Dynamik entfaltet. Allein der Riesling Turm aus den kargsten Parzellen des einst so berühmten Binger Scharlachberg ist bei einem Ertrag von 15 hl/ha ein noch unfertiger Gigant. Eine flüssige Essenz des Quarzit-Berges und Ausweis der Kunst von Carolin und Erik Riffel: Ananas und Feuerstein pur. … Warum fahren bloß so viele zum Rüdesheimer Berg? Von Riffel aus ist die Sicht noch schöner, die Weine schmecken formidabel und lassen die Kreditkarte nicht ächzen. Ein neuer Lieblingsbetrieb!“ Auch für uns.  Weingut KünstlerZum Abschluss unserer Weintour ging's nach Hochheim zum Weingut Künstler. Gunter Künstler und Georg Breuer präsentierten uns die 2010er, von denen uns der Gutsriesling sowie der Riesling aus dem Herrnberg, als die interessantesten erscheinen. Kirchenstück Kabinett trocken (Eleganz pur) und Hölle Kabinett trocken (saftig, kräftig) konnten ebenfalls gefallen. Schade, dass der feinherbe Riesling schon ausverkauft ist. |