Karl Kerler - Weinversand seit 1986
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Martin Gojers anderer Lagrein: Quirein

Lagrein einmal anders, vielleicht wie er früher einmal war. Frucht aber nicht fruchtelnd,
Gerbsäure nicht Holztannin, traditionell nicht modern.

Bitterschokolade, reife Cranberries, Brombeeren und Zimt charakterisieren diesen dunklen Rotwein. Verspielt, konzentriert, viel Frucht in der Jugend, fein belegende Gerbstoffe sowie animierende Gerbsäure. Reifend zunehmend ätherisch und komplex. Einfach schön!

2009 Quirein IGT, Martin Gojer - Pranzegg

 

Von Martins besten Lagen in Bozen-Kampill, auf tiefgründig schottrig-kargen Porphyrverwitterungs-Böden reift die Wärme liebende, einheimische Rebsorte Lagrein. Lese von Hand Anfang Oktober, strenge Selektion im Weinberg. Verarbeitung nach dem Prinzip der Schwerkraft ohne Pumpen. Vergärung in Eichenholzgärständern, manuelles Untertauchen der Maische, 5-6 Wochen Maischestandzeit und Reifung im Gärständer. 22 Monate nach der Ernte abgefüllt und noch einmal für 4 Monate in der Flasche beruhigt.

 

 

Martin Gojer, das ist der junge Weinbauer auf dem alten Hof Pranzegg: Ein anspruchsvoller Platz am Fuße des Kohlerer Bergs: kalt und heiß, laut und leise, schillernd und blass, stolz und bescheiden. So ist Pranzegg. Und ein bisschen auch Martin.

Er hat und lebt Träume und Visionen. Noch steckt sein Weingut in den Kinderschuhen, gerade hat er erst mit der Selbstvermarktung begonnen. Seine Produktion ist gering. Aber er weiß, was er tut: Als Weinmacher berät er u.a. renommierte Weingüter in der Steiermark.

Er will sich befreien von markt- und globalisierungsgerechten Produkten, deren Wert in Zuckergraden und Gewicht gemessen wird. Zurück zu Werten, welche dem Winzer und kleinen Wein-Bergbauern das Über-Leben gesichert haben. In Anerkennung der handwerklich geleisteten Arbeit ein beseeltes Medium erzeugen, das viel mehr ist als ein Getränk. So kommt für ihn nur der naturnahe, familiäre und unverfälschte Weg in Frage, bei dem die Trauben bis ins Weinglas begleitet werden - mit so viel Lagentypizität und Jahrgangsunterschieden wie möglich. Weg von der Vereinheitlichung.

Physikalisch betrachtet ist sein Weinbergboden ein skelettreicher, lehmiger und saurer Sand. Tiefgründig, aus Porphyrgestein vulkanischen Ursprungs. Dazwischen gelagert Moränenschutt mit Granit, Basalt und Schiefer. Der quer terrassierte Hang ist nach Nord-Westen ausgerichtet, mit einer Neigung zwischen 25% und 50%. Das Klima zeigt mediterrane Milde mit heißen und trockenen Sommern, sonnigen Herbsttagen und kalten Wintern.

Nach Ansicht von Martin ist hiermit der Weinberg nicht ausreichend beschrieben. "Das Zusammenspiel von Boden, Klima, Rebe und Mensch lässt sich nicht in wenigen Sätzen, nicht anhand von Parametern oder Zahlen erklären. Weinberg muss man spüren, die von den Jahreszeiten bestimmte Arbeit erleben: Wenn man die Erde beim Pflanzen der Jungreben fühlt, im Winter beim Rebschnitt kalte Füße bekommt, im Sommer unter der sengenden Sonne schwitzt und im Herbst die Hände durch die beereneigenen Farbstoffe geschwärzt sind. Weinberg ist mehr als eine Traubenproduktionstätte. Es ist der Ort, wo durch den Willen des Weinbauers die Rohdiamanten wachsen, welche nach ihrer Reifung im Wein zu funkeln beginnen."