Unter Kennern sind die Gewächse von Aimé Guiberts Weingut Mas de Daumas Gassac in Aniane seit Mitte der achtziger Jahre ein Begriff, vielen galten sie damals schon als die besten des gesamten Languedoc.
Im Jahr 2000 wurde der Ort im Nordwesten von Montpellier schlagartig berühmt als der US-Konzern Mondavi sich hier niederlassen wollte. Die Bevölkerung erfuhr davon erst aus der Presse. Ein breiter Widerstand formierte sich -dabei auch Aimé Guibert, ein entschiedener Gegner der Weinglobalisierung. „Wein muss als Naturprodukt erhalten bleiben, er muss die Region erkennen lassen, in der er gedeiht, und er muss von Menschen vor Ort gemacht werden, die ihn lieben und nicht als Spekulationsobjekt sehen", so sein Credo. Die Mondavis versuchten sogar, ihm Daumas Gassac abzukaufen. Aber er blieb standhaft. Schlussendlich war der Widerstand erfolgreich und Mondavi zog sich zurück.
Aimé Guiberts alte Weinberge sind ausschließlich mit ursprünglichem Rebmaterial bestockt, es wird nicht geklont - ursprüngliche Geschmacksnuancen sollen erhalten bleiben. Die Beeren hier sind klein, die Schalen hart, der organoleptische Reichtum dagegen groß. Grüne Lese wird hier nicht praktiziert, da die Stöcke sowieso nur minimale Erträge liefern. Chemie ist absolut verpönt. Das Mikroklima ist kühl inmitten des heißen Languedoc: Feinheit, Frische und Komplexität für die Weine.
Seit vielen Jahren zählt der Rotwein „Mas de Daumas Gassac" zu den großen Weinen Frankreichs. Von Gault Millau als „Lafite du Languedoc" bezeichnet, der Wine Spectator teilt die hohe Wertschätzung, aber notierte: „Eher Latour als Lafite".
Eine lesenswerte Reportage über das Weingut veröffentlichte der WeinGourmet in Heft 4/2008.