Karl Kerler - Weinversand seit 1986
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Die Produktionsregeln für Prosecco wurden grundlegend überarbeitet

Die wichtigste Änderung: Prosecco ist jetzt nach einer Verfügung des italienischen Landwirtschaftsministeriums keine Rebsorte mehr, sondern ein Produktionsgebiet.

Das Produktionsgebiet ist dabei nicht gleich Anbaugebiet, im Produktionsgebiet muss nur versektet und abgefüllt werden. Die Rebsorte Prosecco wird umbenannt in Glera. Der Gleraanteil am neuen Prosecco muss mindestens 85% betragen. Das bisherige IGT-Prosecco-Produktionsgebiet erhält aufwertend den DOC-Status, bei dem als Zusatz die Provinz angegeben wird. Das ehemalige Prosecco-Kerngebiet zwischen Conegliano und Valdobbiadene wird gar zum DOCG-Gebiet. Damit darf kein perlendes Getränk, das nicht im DOC- bzw. DOCG-Gebiet produziert wurde, als Prosecco verkauft werden. Es wird also nach einer gewissen Übergangszeit keinen IGT-Prosecco mehr geben.

Die dahinter steckende Absicht ist klar. Wir können in Zukunft sicherer sein, dass der Prosecco, den wir im Glas haben, auch den unverwechselbaren, spritzigen Prosecco-Charakter entfaltet, der seine Beliebtheit begründet! Billigst eingekaufte Grundweine können nicht mehr in Deutschland (für z.B. Discounter) zu Billig-Prosecco verarbeitet werden. Aber m.E. werden die Billigproduzenten und Billigeinkäufer Wege finden, trotzdem „Prosecco" anzubieten. Zwar ist die Rebsorte - Glera - jetzt vorgeschrieben, aber das Anbaugebiet nicht. Und irgendwo lässt sich sicher auch Billig-Glera produzieren, der dann im Proseccogebiet versektet wird.

Nach wie vor gilt daher: Es braucht einen verlässlichen Erzeuger! Und Preise unter 6-7 € pro Flasche sollten zur Vorsicht mahnen.

 

 

 

Schon am 22.8.2009 schrieb Ludwig Fienhold in der Frankfurter Neuen Presse unter dem Titel Plädoyer für den feinperligen Prosecco: „Paris Hilton wirbt für Prosecco aus der Dose. Schade, dass aus einem so grundehrlichen und feinsinnigen venezianischen Schaumwein ein so schnödes Nipp-Getränk für die sich und die Welt langweilende Society werden konnte.

Bedauerlich auch, dass inzwischen jedes noch so abgeblubberte Pizza-Perlweinchen einen Preis hat, den es obendrein zum Nepp-Getränk macht. Diese Entwicklung schadet all den vielen ehrlichen und qualitätsbewussten Prosecco-Produzenten. Das soll nun anders werden.

Prosecco ist jetzt nicht mehr der Name einer Traubensorte, sondern der eines geschützten Anbaugebietes. Damit soll unter anderem die Überschwemmung des Marktes mit Billigerzeugnissen ausgetrocknet werden, insbesondere des in Deutschland abgefüllten Discounter-Prosecco. Der Schaumwein darf künftig auch nicht mehr in Dosen verkauft werden und muss zu 85 Prozent aus der Sorte Glera bestehen, wie inzwischen die Proseccotraube heißt.

Ob dieser neue Begriff auf Sympathie stoßen wird, ist fraglich. Zudem schützt das neue Gesetz keineswegs vor schlechter Qualität. Die Flut an italienischem Perlwein, der nach wie vor im Handel und in der Gastronomie verkauft wird, lässt den Gaumen auch weiterhin zu oft in seichtem Gewässer baden.

Wie beim Champagner, so gibt es auch beim Prosecco erhebliche Qualitätsschwankungen. Nicht wenige Gastronomen versuchen an diesem Modegetränk so viel wie möglich zu verdienen. Preiswertere Frizzante (ohne Sektsteuer) werden meist nicht als solche gekennzeichnet, die hochwertigeren Spumante oft nicht serviert. Früher´konnte man einen anständigen Prosecco für sechs Mark erstehen, jetzt sind sechs Euro im Grunde schon die untere Grenze."