Pierre Cros aus dem Minervois

Liebenswürdigkeit ist letzten Endes das Wort, das ihn zusammenfassend beschreibt. (Michel Smith)

Unsere Kunden wissen schon lange, dass wir bedingungslose Fans von Pierre Cros und seinen Weinen sind. Bald werden die neuen Jahrgänge vom Tradition, Vieilles Vignes und Mal Aimés eintreffen, die wir im Februar in Badens bei ihm probiert haben.

Pierre hat einen langen Brief geschrieben, in dem er sich und sein Weingut vorstellt. Wir haben dieses Schreiben für Sie übersetzt:

"Lange habe ich gezögert, die Domaine Pierre Cros und ihre Weine vorzustellen. Vielleicht aus Scham oder einfach aus Angst, ungeschickt zu sein... Dann hatte ich es satt, alle Arten von Fundamentalisten zu hören, die erklären, was gut ist oder nicht und ich bin zu folgendem Schluss gekommen: Ich bin ohne Zweifel die bestplatzierte Person, um über die Domaine Pierre Cros und ihre Weine zu sprechen.

Ich werde Ihnen nichts über die Zivilisation der Römer, Mönche oder Gutsherren erzählen, die vielleicht vor mir Wein in Badens angebaut haben. Ich werde Ihnen auch nichts von diesem „Feuer-Terroir" erzählen, denn es existiert nur durch die Hand des Menschen...

Ich habe auch nicht die Absicht, Ihnen beizubringen, wie man Wein zu verkosten hat... wann... womit, oder gar - warum nicht - MIT WEM...!
Ich möchte lediglich einige Punkte in der aktuellen Welt des Weins klarstellen, die in meinen Augen wichtig sind.

So will ich Ihnen erklären, dass ich vor allem Landwirt bin, ein Bauer, vielleicht ein wenig raubeinig, mit meinen Gewissheiten... auch meinen Zweifeln... aber auf alle Fälle ein ganzer Mann. Ein Mann, der stolz ist auf seine Wurzeln, stolz, das „RRR" zu rrrrrrollen wie die Leute vom Land.

Auf der Domaine Pierre Cros sind wir nicht seit Generationen Winzer. Mein Großvater Marius und später mein Vater Henry, auch wenn sie vielleicht einige Weinparzellen besaßen, waren vor allem die Bäcker von Badens. Männer, die ihr Handwerk liebten und die jeden Morgen bei jedem Wetter loszogen in die benachbarten Dörfer und Brot lieferten.
Sie haben mir den Respekt vor dem Kunden, aller Kunden und die Leidenschaft zu gut gemachter Arbeit beigebracht.

Auf der Domaine Pierre Cros haben wir nicht Weinbau auf der Schule gelernt. Ich habe auch keine Praktika bei Starwinzern absolviert. Meine persönlichen Stars, diejenigen, die mir gegen Ende der 70er Jahre die grundlegendsten Handgriffe des Weinbauers beigebracht haben - umgraben, pfropfen, beschneiden, ernten -, sie nannte ich Oma und Opa.
Sie wussten, glauben Sie mir, wovon sie sprachen, aber dennoch ist das Beste, was sie mir beigebracht haben, die Bescheidenheit.

Auf der Domaine Pierre Cros gibt es kein Pferd, um den Boden zu ackern... keine Hausmixtur auf pflanzlicher Basis und Klimbimpulver, um die Reben zu behandeln... keine Magie im Keller... und auch wenn es von Zeit zu Zeit vorkommt, dass ich verträumt bin, spreche ich nicht oft zum Mond...
Ich stehe mit beiden Beinen auf der Erde und habe begriffen, bevor es zur Mode wurde oder zu einer Verkaufstaktik wurde, dass es reicht, dieses herrliche von den Alten hinterlassene Erbe zu beobachten, zu lieben und dieses Terroir zu fühlen, zu verstehen, um daraus die Essenz ziehen zu können... Schöne Reden halten oder Logos auf meinen Flaschen sind also nicht nötig. Einfach wahrhaftig bleiben...

Die Domaine Pierre Cros umfasst etwa 50 Hektar, aber nur die Hälfte ist mit Wein bepflanzt. Die andere Hälfte setzt sich zusammen aus Heideland natürlich, aber auch aus Mandelbäumen, Olivenhainen, Trüffeleichen; Pflanzungen, die manchmal Gelegenheit zu Treffen bieten, zum Austausch mit den Schulkindern von Badens, um ihnen die Liebe zur Natur zu übertragen.
Ich erkläre ihnen, dass diese Vielfalt zunächst die Schönheit der Landschaft begünstigt, dann, je nach Jahreszeit, zu einer Komplexität von Düften führt, zu Aromen, die man später in den Weinen der Domaine Pierre Cros wiederfinden wird.

Auf der Domaine ist die Flaschenzahl jeder Cuvée begrenzt, weil die Erträge auf ganz natürliche Art gering sind, von 15 bis maximal 30 Hektoliter pro Hektar. Und ich habe frei gewählt, nur Weine zu verkaufen, die aus Trauben meiner Reben stammen, die alle, wie es sich gehört, mit der Hand gepflückt werden, im Korb, mit guter Laune. Es kann also manchmal vorkommen, dass mir für einige Cuvées der Wein fehlt. Das ist natürlich frustrierend, aber auch der Preis der wirklichen Authentizität.... die, die es nicht nötig hat, auf den Kapseln der Flaschen zur Schau getragen zu werden.

Die Liebe zu dieser kargen, auf einem Fels ruhenden Erde, wo die Trockenheit gegenwärtiger zu sein scheint als anderswo, hat mich dazu gebracht, einige sehr alte Parzellen zu bewahren: Carignan 1905, Picpoul Noir 1910, Alicante 1927, Aramon 1930 als Rote und Picpoul 1910 als Weiße.

Ab den 80er Jahren habe ich Rebsorten gepflanzt, die von der AOC Minervois empfohlen wurden: Cinsault, Grenache Noir, Syrah, Mourvèdre für die Roten und kleinbeerige Vermentino Muscat und Grenache für die Weißen.

Ab 2000, vom Verlangen nach Originalität und Freiheit getrieben, habe ich mit Rebsorten experimentiert, die das Renommé großer Appellationen in Frankreich und der Welt ausmachen: Pinot Noir im Burgund, Nebbiolo im Piemont, Touriga National im Dourotal und einen Chardonnay nach Champagnermethode.

Die Weine der Domaine Pierre Cros werden in Frankreich und etwa 20 Ländern auf der ganzen Welt vertrieben von Männern und Frauen, die die gleichen Werte teilen: Liebe zur Arbeit, Respekt des Kunden, Vertrauen und Treue - zwischenmenschliche Beziehungen, ohne die der Wein nicht mehr seine Daseinsberechtigung hätte.

Die Philosophie der Domaine Pierre Cros lässt sich kurz wiedergeben mit den Worten von Gaston Bonheur, der der personifizierte Mistral des Languedoc war, aber auch ein Visionär, der eher störend war für den Weinbau unseres Südfrankreichs, und dennoch...!!

„... und wenn man denkt, dass ich Unrecht habe, gestehe man mir wenigstens das Recht zu, das man in Okzitanien all denen gewährt, die noch einen Tropenhelm oder Strohhut tragen, das Recht ein Original zu sein. Ich verlange nicht mehr und ich schade niemandem mit meinem Verhalten."

Seit 1987 haben die Weine der Domaine Pierre Cros zahlreiche Preise sowie regionale, nationale und internationale Pressezitate bekommen; diese hier wiederaufzunehmen, würde zu weit führen.
Innerhalb dieser 20 Jahre wurden unsere Weine 19 Mal vom Weinführer Guide Hachette ausgewählt.

Gleichwohl, wie auch immer die Kommentare zu unseren Weinen ausfallen, die sie lesen können, nichts ist wertvoller als sich seine eigene Meinung zu bilden, indem man sie probiert..."