Umbrien
Umbrien
Lange Zeit galten umbrische Weine als einfache, rustikale Zechweine, während die der toskanischen Nachbarn immer gefragter und weltweit berühmt wurden. Von einer nahezu archaischen Produktion startete man daher in den Qualitätsweinsektor durch.
Nicht ohne Nebenwirkungen: So mancher Winzer verstand sich wohl eher als Modedesigner. Wie anders ist es zu erklären, dass in einer Art vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem herrschenden Geschmack und gnadenloser mainstream-Anbiederung die territoriale Identität der Weine, deren Persönlichkeit und Charakter sowie das Traditionsbewusstsein nicht nur vernachlässigt, sondern völlig preisgegeben wurden. Kellereien schossen aus dem Boden quasi mit Up-to-date-Stempel auf dem Etikett. Internationale Reben rückten in den Vordergrund. Allerdings geriet der aufgeblasene Markt in den Bewegung, der Blase ging die Luft aus. Und plötzlich war das Gespenst des uniformen Geschmacks da.
Die Folge: "Die Winzer achten nun mehr auf ihre Weinberge, ihre Erzeugnisse sollen vom Terroir erzählen und zwar möglichst direkt und präzise." (Gambero rosso 2011)
So kommt eine hochpotente Uraltrebsorte wie Trebbiano Spoletino mit ihren mineralisch gesättigten, langlebigen Weinen zu neuen Ehren. Das Potenzial des roten Sagrantino ist hinlänglich bekannt. Aber es ist halt nun mal, was er ist: ein großer, alterungsfähiger Wein, der für seine Entwicklung lange braucht. Derartige Weine haben es auf dem Markt nicht leicht.
Aber es bringt nichts, über Geschmacksuniformität zu lamentieren, wenn man nicht auch persönlich bereit ist, den einfachen Weg des mainstream-Geschmacks zu verlassen. Wer Charakter und Persönlichkeit sucht, wird hier fündig! Weine der Extraklasse mit ganz eigenem, territorialen Geschmack.
Unsere Weingüter aus Umbrien: