Bonnet-Huteau
Muscadet mit Terroircharakter

Wenn wir vor der Aufgabe stehen, Austern mit Wein zu kombinieren, fällt meist ziemlich schnell der Name Muscadet Sèvre et Maine. Die salzige, vom Atlantik geprägte Art und die zitronige Frische passen einfach. Dass diese Weine aber deutlich mehr können als nur zu begleiten, zeigt die Domaine Bonnet-Huteau sehr eindrucksvoll.
Das Weingut liegt im Herzen der Appellation, nicht weit von der Loire und ihrem Einfluss durch den Atlantik entfernt. Jean-Jacques und Rémi Bonnet arbeiten hier gemeinsam mit Vincent Pineau biodynamisch (Demeter & Biodyvin) und mit einem klaren Fokus auf Herkunft. Im Weinberg wird entsprechend sorgfältig gearbeitet, im Keller so zurückhaltend wie möglich.
Im Zentrum steht Melon de Bourgogne als Übersetzer des Bodens. Gelesen wird von Hand, vergoren mit wilden Hefen, der Ausbau erfolgt mit viel Zeit und ohne unnötige Eingriffe.
Ein wichtiger Teil des Weinguts sind die unterschiedlichen Gesteinsarten – vor allem Orthogneis, Granit und Amphibolit. Obwohl die Weine gleich vinifiziert werden, unterscheiden sie sich je nach Boden grundlegend. Genau darum geht es hier: die Unterschiede der Herkunft sichtbar zu machen.
Der lange Ausbau auf der Feinhefe sorgt zusätzlich für etwas Griff und Substanz. Am Ende entstehen Weine, die nicht über Frucht kommen, sondern über Struktur, Salzigkeit und ihren Ursprung – Muscadet mit deutlich mehr Tiefe, als man zunächst erwarten würde.


